Pressemitteilung des DWV: Zwang zum Wasserstoff

DWV zum Ergebnis der Sondierungsgespräche:

Die energiepolitischen Ziele einer möglichen Großen Koalition,
so weit sie sich in den Ergebnissen der Sondierungsgespräche niederschlagen, sind ohne massiven Einsatz von Wasserstoff in der Energiepolitik nicht zu erreichen.

CDU, CSU und SPD haben in dem Sondierungspapier gezeigt, dass sie beabsichtigen, die Energiewende auf ein höheres Niveau zu heben. Auf Seite 25 bekennen sich die drei Parteien dazu, die „Sektorenkopplung in Verbindung mit Speichertechnologien voranzubringen“. Allen war dabei sicherlich bewusst, dass dieses Ziel nur in Verbindung mit einer zeitnahen und konsequenten Markteinführung von Power-to-Hydrogen möglich sein wird.

Ebenso legte man sich fest, den Anteil der erneuerbaren Energien deutlich zu erhöhen, um den zusätzlichen Strombedarf zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr, in Gebäuden und in der Industrie zu decken. So heißt es in dem Papier: „Vorgesehen ist eine Sonderausschreibung, mit der acht bis zehn Mio. t CO2 zum Klimaschutzziel 2020 beitragen sollen. Hier sollen je vier Gigawatt Onshore-Windenergie und Photovoltaik sowie ein Offshore- Windenergiebeitrag zugebaut werden, je zur Hälfte wirksam in 2019 und 2020. Voraussetzung ist die Aufnahmefähigkeit der entsprechenden Netze.“

Sicherlich ist weiterhin der Umbau der Stromnetze, hin zu den neuen Erzeugungsstandorten, erforderlich. Aber durch die Schaffung geeigneter regulatorischer Rahmenbedingungen für eine Markteinführung von Power-to-Hydrogen muss nicht allerorts auf das Netz gewartet werden. So planen mehrere norddeutsche Raffinerien die Errichtung von Power-to-Hydrogen-Anlagen, um die Treibhausgasemissionen der Treibstoffe indirekt mit Windstrom zu senken. Und das ganz ohne Mehrkosten für den Verbraucher und die Industrie. Ebenso ist mittelfristig die Nutzung der existierenden Pipelineinfrastruktur speziell für den Transport von Wasserstoff von den Erzeugungszentren im Norden zu den Verbrauchern im Süden möglich.

Power-to-Hydrogen trägt somit nicht nur dazu bei, die Klimaziele 2020 – insbesondere im Verkehr – vielleicht doch noch zu erreichen, sondern erlaubt auch die Wiederbelebung der Windindustrie und den Aufbau einer nachhaltigen Elektrolyseindustrie.

Über den DWV

Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) ist seit 1996 als Interessenverband auf die Förderung einer zügigen Markteinführung des Energieträgers Wasserstoff und der Brennstoffzellentechnologie ausgerichtet. Ziel ist es, alle Aspekte einer künftigen Versorgungsinfrastruktur mit Wasserstoff, dessen Herstellung und energetische Nutzung — insbesondere die Energieumwandlung mittels Brennstoffzellen — in eine Sach- und Perspektivdiskussion einzubringen sowie die Marktentwicklung aktiv mitzugestalten.

Unsere 221 persönlichen Mitglieder und 83 Mitgliedsinstitutionen und Unternehmen stehen für bundesweit mehr als 1,5 Millionen Arbeitsplätze; der Verband repräsentiert somit einen bedeutenden Teil der deutschen Wirtschaft (www.dwv-info.de).