Sonderschau «Wasserstoff-Mobilität» mit einem weltweit einzigartigen Energiekreislauf – made in Switzerland

In Hunzenschwil (AG) steht die erste öffentliche Tankstelle der Schweiz, an der Personenwagen und Nutzfahrzeuge nebst Benzin und Diesel auch Wasserstoff tanken können. Was wie eine Vision der Zukunft tönt, ist bereits Realität. Die Akteure der Schweizer Wasserstoff-Mobilität führen – und entführen – die Besucher der Auto Zürich Car Show 2017 durch eine Zeitreise der «Auto-Energien», von der Pferdekutsche bis zum Wasserstoff. Und sie präsentieren einen Energie-Kreislauf, der die Schweiz zum Pionier-Land der Wasserstoff-Mobilität macht. Die Sonderschau in der Halle 5 der Auto Zürich Car Show 2017 entstand in einem Gemeinschaftsprojekt von Coop, Coop Mineraloel AG,

H2 Energy AG, Honda, Hyundai, Toyota, movi-mento.ch und der Umwelt Arena Schweiz.

Während die Mobilität mit Batterie-Elektrofahrzeugen in aller Munde ist, steht eine zweite Form des Elektroantriebs bereits vor der Tür. Unter den Spezialisten der Branche gilt Wasserstoff als ein nachhaltiger Zwischenspeicher, um Elektrofahrzeuge mit Strom zu versorgen – mit einigen wichtigen Vorteilen. Die Fahrzeuge sind in wenigen Minuten betankt. Die Reichweite liegt schon heute bei 600 Kilometer und mehr. Und anstatt Abgasen produziert das Fahrzeug Wasserdampf. Dieser entweicht in die Atmosphäre und gelangt in Form von Regen oder Schnee wieder in die Gewässer. Der Kreislauf schliesst sich. Das heisst: Wasserstoff-Mobilität verbindet die Vorteile eines Elektrofahrzeugs mit den Annehmlichkeiten und Gewohnheiten, an die sich die Automobilisten seit Jahrzehnten gewöhnt haben.

Die Herausforderung besteht in der Verfügbarkeit von genügend Tankstellen, der Auswahl an Fahrzeugen, der nachhaltigen CO2-freien Produktion von Wasserstoff sowie im Wissen um die Technologie.

Die Schweiz als Land der Mobilitäts-Pioniere

An genau diesen Punkten setzen die Schweizer Pioniere an. Sie präsentieren an der Auto Zürich Car Show 2017 einen realen, bereits funktionierenden Kreislauf, mit dem die Energiewende in der Mobilität lösbar und machbar ist. Das Schönste und Wichtigste daran: Alle Zutaten sind da.

Das Start-Up H2 Energy AG produziert Wasserstoff aus lokal verfügbarem erneuerbarem Strom. Coop Mineraloel AG betreibt mit Coop Pronto die Tankstelle. Coop setzt die Wasserstoff-Fahrzeuge – Personenwagen (Hyundai ix35 Fuel Cell) und Nutzfahrzeuge – für die Belieferung der Verkaufsstellen ein.

Genauso wichtig: Die nächsten Fahrzeugmodelle stehen vor der Tür. Während der Hyundai ix35 Fuel Cell in der Schweiz bereits erhältlich ist, stellt Honda an der Auto Zürich Car Show 2017 den Clarity Fuel Cell vor und Toyota präsentiert den Mirai.

movi-mento.ch informiert an der Auto Zürich Car Show 2017 zudem über die Distribution des Wasserstoffs und die Umwelt Arena Schweiz zeigt weitere Anwendungsbereiche von Wasserstoff – bis hin zum energieautarken Mehrfamilienhaus, das aus dem überschüssigen Solarstrom auch Wasserstoff produziert.

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Die Sonderschau «Wasserstoff-Mobilität» ist ein Gemeinschafts-Projekt von:

  • Coop
  • Coop Mineraloel AG
  • H2 Energy AG
  • Honda Suisse
  • Hyundai Suisse
  • movi-mento.ch
  • Toyota Schweiz AG
  • Umwelt Arena Schweiz

Lernen Sie die einzelnen Projektpartner näher kennen:

Wasserstoff von H2 Energy AG 

Wasserstoff lässt sich durch Elektrolyse unabhängig vom Standort produzieren. Die Voraussetzungen dafür sind der verfügbare erneuerbare Strom und – natürlich – das Wasser (H2O). Erneuerbare Energien aus Wasser, Wind und Sonne sind abhängig von natürlichen, geografischen und klimatischen Bedingungen. Dementsprechend unregelmässig sind Menge und Verfügbarkeit.

An genau diesem Punkt setzt H2 Energy an. Überschüssiger Strom aus erneuerbarer Quelle lässt sich mittels Elektrolyse im Wasserstoff grosstechnisch speichern und in der Mobilität einsetzen. Das junge Schweizer Start-up Unternehmen beweist, dass sich die erforderlichen Mengen an Wasserstoff praktisch vor Ort produzieren lassen. H2 Energy übernimmt aus dem Laufwasserkraftwerk der IBAarau erneuerbaren, überschüssigen Strom. Diesen benutzt das Unternehmen, um Wasser (H2O) im Elektrolyse-Verfahren in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) aufzuspalten.

Rolf Huber, Gründer und VR-Präsident von H2 Energy AG: «Die Wasserstoff-Mobilität macht nur dann Sinn, wenn der erzeugte Wasserstoff aus 100 % erneuerbarer Quelle stammt. Das ist auch das erklärte Ziel von H2 Energy. Wir produzieren nur wenige Kilometer neben der Tankstelle entfernt, und die Lieferung von Aarau nach Hunzenschwil erfolgt in einem eigens aufgebauten Trailer. Das heisst, dass der so gewonnene Wasserstoff lokal produziert wird und damit der Struktur der Energiegewinnung in einer erneuerbaren Energiewirtschaft entspricht.»

«Energienetz der Zukunft» in der Umwelt Arena Schweiz

Die Umwelt Arena Schweiz zeigt an der Auto Zürich Car Show gemeinsam mit H2 Energy anhand zweier Exponate die Wasserstoffproduktion und den Kreislauf von der Stromproduktion über die Elektrolyse, den Transport bis hin zu den Anwendungsbereichen von Wasserstoff – und verweist auf die neue Ausstellung «Energienetz der Zukunft» in der Umwelt Arena Schweiz.

 

Mobilität im geschlossenen Wasserstoffkreislauf: Die Tankstelle der Coop Mineraloel AG in Hunzenschwil und die Coop-Fahrzeugflotte

Im Rahmen des Ziels von Coop, bis 2023 CO2-neutral zu sein, realisierte Coop Mineraloel AG in Hunzenschwil (AG) die erste öffentliche Wasserstoff-Tankstelle der Schweiz. Diese ermöglicht das Betanken von Nutzfahrzeugen (mit 350 bar) und Personenwagen (700 bar). Die Tankstelle ist seit November 2016 in Betrieb. Coop setzt sie für ein in Eigenregie gebautes Nutzfahrzeug und für eine Flotte von zwölf Hyundai ix35 Fuel Cell ein, die inzwischen über 300’000 km zurücklegte und allein in diesem Zeitraum über 60 Tonnen CO2 einsparte.

Jörg Ackermann, Projektleiter der Wasserstoff-Initiative bei Coop: «Wir setzen auf eine nachhaltige Technologie, die eigenwirtschaftlich funktioniert, die ohne staatliche Förderung auskommt und die eine Wertschöpfung in der Schweiz und in Europa ermöglicht. Autofahrer profitieren bei Wasserstoff-Fahrzeugen von den Vorteilen, an die sie sich bei den konventionellen Fahrzeugen gewöhnt haben. Zudem punkten Wasserstoff-Fahrzeuge mit der Laufruhe und dem entspannten Fahren mit Elektroantrieb.»

Coop will das Wasserstoff-Tankstellennetz weiter ausbauen und hat dazu inzwischen Baugesuche im Raum Bern, Basel und Zürich eingereicht. Parallel dazu steht Coop im direkten Kontakt mit  namhaften Nutzfahrzeugmarken. Das hat gute Gründe.

Nochmals Jörg Ackermann: «Am Schnellsten erreichen wir den Aufbau eines flächendeckenden Tankstellennetzes über den Einsatz von Nutzfahrzeugen. Mit zehn Lastwagen sind wir in der Lage, eine Wasserstoff-Tankstelle wirtschaftlich zu betreiben. Coop und weitere innovative Unternehmen mit grossen Fuhrparks ziehen am gleichen Strick und treiben derzeit die Nutzfahrzeugbranche an. Wir gehen davon aus, dass in ein bis zwei Jahren Nutzfahrzeuge verfügbar sind. Diese Tatsache wird auch für die Hersteller von Personenwagen interessant sein. Man darf also heute sagen, dass die Zukunft der Wasserstoff-Mobilität in der Schweiz bereits begonnen hat.»

 

Fuel Cell-Fahrzeuge von Honda, Hyundai und Toyota

Während sich die Schweiz mit dieser Initiative von Coop und den verschiedenen Akteuren zu einem Pionierland der Wasserstoff-Mobilität entwickelt, setzt Japan für den Ausbau der Elektromobilität auf Wasserstoff.

Für die olympischen Sommerspiele 2020 setzte sich die japanische Regierung das Ziel, 6’000 wasserstoffbetriebene Elektrofahrzeuge auf die Strasse zu bringen. Allein in Tokyo sollen 35 Tankstellen für Brennstoffzellen-Fahrzeuge ihren Betrieb aufnehmen. Die erklärten Ausbaupläne für Japan sind wegweisend: 200’000 Brennstoffzellenfahrzeuge und 320 Wasserstofftankstellen bis 2025.

Als Fahrzeuge stehen in Japan bereits der Honda Carity Fuel Cell und der Toyota Mirai zur Verfügung. Mit der Smart Hydrogen Station startete Honda bereits 2014 eine Versuchsreihe, um die Wasserstoffproduktion in Kühlschrankgrösse in das Haus zu holen.

Hyundai nahm 2013 als weltweit erster Hersteller die Serienproduktion von Wasserstoff-Fahrzeugen auf und brachte die Technologie bereits 2015 nach Europa. Auf den Schweizer Strassen sind seit gut zwei Jahren über 25 Fahrzeuge unterwegs (12 davon bei Coop). Europaweit liegen die Verkäufe bei über 400 Fahrzeugen. Somit kann Hyundai in Europa und in der Schweiz bereits auf eine breite Erfahrung im realen Einsatz zurückgreifen – mit einer durchwegs positiven Bilanz. Auf dieser baut denn auch die nächste Generation des Brennstoffzellen-Fahrzeugs auf. Geplant ist die Einführung im kommenden Jahr, mit einer Steigerung der Reichweite auf bis zu 800 km.

Die drei Fahrzeuge

  • Hyundai ix35 Fuel Cell
  • Honda Clarity Fuel Cell
  • Toyota Mirai

können an der Auto Zürich Car Show 2017 (Halle 5, Sonderschau Wasserstoff-Mobilität) besichtigt werden. Der Hyundai ix35 Fuel Cell steht zudem für Testfahrten auf der Strasse zur Verfügung.

 

movi-mento.ch – der «bewegte Mensch»

Im Rahmen der Sonderschau «Wasserstoff-Mobilität» informiert movi-mento.ch über die Distribution dieser zukunftsträchtigen Form von Energie.

Im Zentrum von movi-mento.ch steht dieser «bewegte Mensch» mit seinen individuellen Mobilitätsbedürfnissen: Effizienz, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Qualität, Tempo und Freude am Vorwärtskommen.

Die Mineralölbranche deckt diese Bedürfnisse in mancher Hinsicht ab. Sie liefert nicht nur Treibstoffe, sondern mit dem Tankstellennetz eigentliche Dienstleistungszentren für das alltägliche Unterwegssein. In ihrer Rolle als Mobilitätsdienstleisterin steht sie in der Verantwortung, sich an der Diskussion über die Mobilität der Zukunft zu beteiligen.

Hier stehen revolutionäre Entwicklungen an. Das weckt grosse Hoffnungen, erzeugt aber auch Verunsicherung. Neue Konzepte, Technologien und Energien tauchen auf, in welche Richtung die Entwicklung geht, ist offen. Sicher ist: Dank dem technologischen Fortschritt werden immer mehr Kilometer mit immer weniger Treibstoff und immer weniger CO2-Ausstoss zurückgelegt. Und: Benzin und Diesel bleiben vorderhand die treibenden Kräfte unserer individuellen Mobilität.